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ICE-Außenbahnhof - Vorstellung der DB am 07.Juli 2009 im Darmstadtium

Lug und Trug beim Trogbahnhof ?

Von Anfang hat die UWIGA darauf hingewiesen, wenn der Bypass gewollt wird, dann sind alle Zusatzwünsche über die gesetzlichen Normen hinaus von der Stadt zu bezahlen - und das wäre unbezahlbar. Erst nicht geglaubt - und wie sind nun die Realitäten ? - es kam so wie vorhergesagt.

Der ICE soll auch dem innereuropäischen Flugverkehr Konkurrenz machen. Das kann er aber nur, wenn er nicht alle 30 km hält. Das ist einsichtig. Deshalb das Kompromissangebot, eine „Konsens-trasse“ mit stündlichem Halt im HBF annehmen ? Selbst dazu würde die UWIGA Nein sagen, auch wenn der Bund Sonderwünsche bezahlt hätte. Das „Bundesgeld“ ist unser aller Geld und wäre schlicht ineffizient angelegt.
Sind wir ständige Nein-Nörgler ohne konstruktive Vorschläge ? Nein. Wir haben vorgeschlagen, eine ICE Strecke an DA vorbei, dafür aber muss eine TOP-Anbindung vom HBF aus nach Nord und Süd her. Das wäre gegen die rechtsverbindliche Fußnote „ICE muss den HBF anbinden“ einzutauschen und zu fordern. Auch eine zukünftige Option Außenbahnhof könnte für das Umland einbezogen werden. Aber nur als zukünftige Option, eindeutigen Vorrang haben die TOP-Anbindungen ! Sonst könnte der HBF verkümmern.

In der StaVo machte dies auch unser Stadtverordneter Klett deutlich. Er wies darauf hin, die ICE-Anbindung über die Streckenvarianten aus der Regionalplanung durch den HBF werde nicht kommen, da können sich die Stadtverordneten wünschen was sie wollten. Man solle sich dort endlich den Realitäten stellen. Man möge sich doch bitte deshalb auf den Tausch „Nordsüd-Top-Anbindung“ gegen Konsenstrasse konzentrieren. Auch das wurde ignoriert. Natürlich wurden keine handfesten Schritte in dieser Richtung unternommen.

Und wo stehen wir jetzt ? Die DB präsentiert einen Trog-Außenbahnhof mit einem Parkdeckel für 250 PKW. Die Gegenargumente zur HBF-Vollanbindung kommen gut platziert. Die Lärmgefahr von zig-Güterzügen und im 250 km Tempo durchrauschende ICE-Züge durchs Stadtgebiet wird heraufbe-schworen. Ja selbst statische Probleme werden pseudowissenschaftlich genutzt. Irgendwann halten die Gebäude die Belastungen einer solchen ICE Rakete nicht mehr aus und brechen zusammen.

Bei diesem Horrorbild fragt man sich, wie überhaupt dann die Idee zu einer Vollanbindung entstehen konnte. Hat man das alles nicht gewusst, Jahre naiv träumend verplempert und schaut jetzt resigniert hilflos auf die cool vorgetragenen „Sach“-Argumente der DB ?

Indes, wie oft ist an dieser Westplattform geplant zu halten ? Je Stunde einmal ist zu hören, aber dafür soll die Straßenbahn auf Kosten der DB vom HBF bis zur Parkpalette kutschieren - im 5-Minuten-Takt. Was soll das suggerieren ? Eine TOP-Anbindung zum Trogbahnhof ? Ein Trugschluss ! Da wartet man u.U. 45 Minuten eben auf den ICE-Stop und versüßt sich die Zeit mit Limo aus dem Automaten, sitzend auf Plastikschalen im Halbdunkel, staunend über die vielen vorbeirauschenden Züge !
Wie verkehrlich gering die DB diese „Troghaltestelle“ im AB-Drehkreuz einschätzt lässt sich ja auch an der Anzahl der geplanten 250 Stellplätze ablesen. Hoffentlich lassen sich die Stadtverordneten auf diesen Tausch „Außenbahnhof mit 5-Min-Straßenbahn-Topanbindung“ gegen die „Direktanbind-ung des HBF“ nicht ein. Vielleicht schwenkt die IHK auch über und favorisiert endlich die 5-Min.-TOP-Anbindung des HBF an die ICE-Hauptknotenpunkte. Es ist schwer von Traumvorstellungen abzurücken, aber es jetzt dringlich an der Zeit aufzuwachen.

Die städtebauliche Großmäuligkeit der DB mit dem Szenario eines schicken Glas-Bahnhof-Palastes und weiteren Ansiedlungen wie Hotels, Büros war für die UWIGA nicht überzeugend. Als Krönung wäre auch zweifellos der Hinweis auf ein schickes Kongresszentrum da draußen gekommen, hätten die Vertreter der DB nicht in einem solchen bereits gesessen.
Fachleute und geschulte Interessenvertreter der DB versus es-gut-meinender Laien, auch das ein Merkmal unserer Demokratie.
Leider hatte die UWIGA trotz ihrer 6% Wählerstimmen kein Rederecht bei dieser Sitzung im Darmstadtium. Auch das ein Merkmal unserer Demokratie. (hk-09.07.09)

07.07.2009