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Straßenbahn Arheilgen

Jubilieren über die Tram ?

Zugegeben, die Anfahrt nach Arheilgen ist in der Fläche schöner geworden, Parkbuchten, Pflaster, Baumscheiben, Löwenvorplatz. Schweift der Blick höher relativiert sich der Eindruck von „schöner“. Ist doch ein massiver Mastenwald mit Fahrdrahtverspannungen zu sehen, eine Zufahrt, würdig einer Magistrale in einen großen Industrievorort.
Hoffen wir, diese Kabelstützmaschinerie ist bald verdeckt von gnädigem Laub.
Zumindest in Zeiten da die Bäume ihr grünes Kleid tragen.

Nur, diese Ästhetik hätte man deutlich besser und preiswerter eingleisig haben können.
Die UWIGA hat nie einer Verschönerung der Frankfurter Landstraße entgegengeredet.
Eingleisig hieße weniger Stau, weniger Unfallgefahr, mehr Platz für Bäume, Autos, Fahrräder, Fußgänger - das hatten wir angeregt.
Unser Vorschlag, eventuell die HEAG-Hallen als zentrale und witterungsgeschützte Haltestation für die Zubringerbusse und Tram zu nutzen, die Schleife im Radius zu vergrößern, unseretwegen auch einen Supermarkt innenseitig anzusiedeln, wurde abgelehnt. Hauptargument : das geht nicht - wiewohl planerisch von uns nachgewiesen.

Jetzt sehen wir erstaunt - es geht doch - wenn auch als Provisorium. Ist es vermessen zu behaupten, was als Provisorium geht wäre auch real gegangen ?

Die Stellplatzfrage wird geraume Zeit ungelöst bleiben, für das Gasthaus und den Markt reichen diese nicht. Sollte der Markt mit diesem Provisorium der engen Schleife leben müssen, wird man sich mit Schadensersatzforderungen wegen nicht genügender, jedoch zugesagter Stellplätze konfrontiert sehen. Aber die Gewinneinbusen wegen solcher Unzulänglichkeit werden locker mittels Steuergelder dem Betreiber ersetzt werden.

Der Biergarten hinter dem „Löwen“ wird zu einem Schmalgrünstreifen. Begrüßenswert hingegen, dass der „Löwen“-Platz davor einen Brunnen bekommt. Vollmundig als „Geschenk“ des OB bei den Einweihungsfeierlichkeiten versprochen. Hört sich gut an, nur von einem „Geschenk“ zu reden, wenn das Geld hierfür von den Beschenkten selbst - den Bürgern -, kommt, mutet uns etwas merkwürdig an. Aber das scheinen viele der freudigen Applaudierer nicht zu erkennen. Vielleicht sind ja die Grundleitungen schon vorausschauend heimlich in Kenntnis dieser Gabe verlegt worden, damit nicht wieder der Platz aufgerissen werden muss.

Über die immensen Kostensteigerungen dieser Gesamtmaßnahme wurde genug geredet, die Anlieger müssen ebenfalls tief in die Tasche greifen und dürfen sich z.T. mit der Stadt wegen Bauschäden herumstreiten, so manches Geschäft musste aufgeben. Alles einfach vergessen und feiern ?

Mit Bauchschmerzen würden wir als Einzelhändler die offizielle Werbung mit Aufforderungscharakter an die Arheilger sehen: „Im 7 ½ -Minutentakt in die City“ ! Großartig - eben in die City - und nicht in die Arheilger Geschäfte.
Für die vielen Pendler in Arheilgen sicher bequem und angenehm. Aber man sollte schon vorsichtig sein mit großspurigen Versprechungen über Umsatzzuwächse und Neubelebung gegenüber den Einzelhändlern. Ob die zugesagte 7 ½ Minuten-Taktung lange aufrecht erhalten wird bezweifeln wir. Möglicherweise ist die alte 15 Min.-Taktung auch besser für die Geschäftsleute. Es könnte sein, dass nach einiger Zeit die Verringerung dieser immens subventionierten Förderkapazität eher begrüßt als abgelehnt wird.

Unverdrossen wird das Projekt jetzt weitergeführt. Es bleibt ja auch nichts anderes übrig bei all den Behauptungen und Versprechungen. Selbst von einer Anbindung an Wixhausen wird geträumt. Sicher für die Wixhäuserner ein Vorteil. Wer noch Augenmaß besitzt wird zugeben : das wäre ein Subventionsmoloch. Preiswerter ist es da für den Steuerzahler individuelle Taxifahrten zu bezahlen. Liebe Planer und Stadtverantwortliche, bleibt auf dem Teppich und hebt nicht ab. Der fliegende Teppich gehört in die Märchenstunde.

hk26.06.09

26.06.2009