hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Man könnte sich fragen, sind es gut funktionierende Seilschaften oder lediglich effiziente Netzwerk-Strukturen die zum Verkauf der St. Barbara-Siedlung an die GVD ( Grundstücksentwicklungs- und Verwertungsgesellschaft Darmstadt mbh) geführt haben.
Die GVD ist ein Unternehmen mit einer 51-prozentigen Beteiligung der Stadt Darmstadt. Zugleich ist sie mit verschiedenen anderen Unternehmen/Büros verbandelt, die sich alle um die Urbachmachung von Konversionsflächen selbstlos kümmern.
Die GVD bekommt Geld - (von wem wohl ?) - um das Areal zu erwerben, die Stadt hat es offensichtlich selbst nicht. Wie schon beim Ernst-Ludwig-Park soll das Gelände lediglich bau-planerisch entwickelt und dann versilbert werden. Vermutlich nicht parzellenweise an die kleinen Leute veräußert, sondern an die altbekannten Bauträger und Investoren.
Diese dürfen dann sicher wiederum - wie beim Ernst-Ludwig-Park - sich auf der offiziellen, bürger-finanzierten städtischen Homepage präsentieren und für ihre Immobilienverkäufe werben.
Die Bima verkaufte das Gelände sozusagen als Gesamtpaket „roh“ ohne eine verbindliche Bauleitplanung. Ein Risiko für jeden Investoren, weiß er doch nicht, was die Stadt sich so alles mit und bei dem Gelände im zukünftigen Bebauungsplan einfallen lässt.
Da trifft es sich natürlich bestens, dass Herr Stadtrat Wenzel Aufsichtsratvorsitzender der GVD und gleichzeitig Chef vom Stadtplanungsamt und der Bauaufsicht ist. In dieser Funktion lässt sich die Bauleitplanung zumindest positiv in Richtung Ausnutzung und damit Verkaufserlöse beeinflussen.
Freie Marktwirtschaft ?
Unwichtig, die Insider-Vorteile der GVD dienen natürlich hauptsächlich den Interessen von Darmstadt und seinen Bürgern, keineswegs ist daran gedacht mit dem Areal bestmöglichst „Geld zu machen“.
In der letzten StaVo lag ein Antrag von B90/dieGr. vor, wonach die Stadt Darmstadt sich um ein Gelände bemühen solle bei dem Passivhausbauweise verbindlich vorgeschrieben werden kann.
Wir meinen, hic Rhodus, hic salta ! ( frei übersetzt: Ende der Sprücheklopferei, tut es hier und jetzt)
Wir werden in der nächsten StaVo beantragen genau das bei der St.Barbara-Siedlung rechtsverbind-lich vorzuschreiben. Das dürfte bei der jetzigen Konstellation problemlos gehen.
Die Stadt ist Mehrheitsmiteigentümer, die Bestandsdächer sind optimal nach SSW ausgerichtet.
Also bei Neubau und Modernisierung ließe sich dieser Passivhausstandart schnell planungsrechtlich für „Neu“ und „Alt“ vorschreiben und dann umgehend realisieren.
Eine im Interesse von Darmstadt handelnde GVD dürfte sich über diesen Antrag freuen, ja ob dieser Idee begeistert sein. Wir hätten zügig und relativ unbürokratisch ein hervorragendes grünes Vorzeigeobjekt. Wir sind gespannt wie über unseren Antrag abgestimmt werden wird.
Für die UWIGA
hk
09.09.2009