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Zum Echoartikel: CDU nimmt Designersessel aufs Korn

Es handelt sich um 5.000 Euro teure Edelstücke im Foyer der HSE-Zentrale

Mit lebensnotwendiger Energie Luxus finanzieren ?

Wer einen Mantel kaufen will um nicht zu frieren leistet sich Pelz oder Daunen. Wer eine Sitzgelegenheit braucht, kauft diese bei Ikea oder lässt sich einen sauteuren Mies van der Rohe Sessel liefern. Hie wie dort kann er sein Bedürfnis mal mit mehr, mal mit wesentlich weniger Geld befriedigen.

Die HSE verkauft weder Klamotten noch Stühle. Sie verdient ihr Geld mit Gas, Strom, Wasser - all das ist nicht in den Preisspannen und der Wahlfreiheit wie sonstige Gebrauchsgüter auf dem Markt zu erhalten. Sie generiert ihre Gewinne also über kaum der Konkurrenz ausgesetzte “Waren”.

Den Preis dafür bezahlt der Verbraucher über mehr oder weniger durchsichtige Tarife. Mit dem alltäglichen Warenkauf und der freien Marktwirtschaft hat das reichlich wenig zu tun.
Hohe Sensibilität bei der Preisgestaltung von eigentlich der Daseinsfürsorge unterliegenden Leistungen gegenüber dem fast wehrlosen Verbraucher wäre also angebracht.

Mit Neid hat das nichts zu tun, wenn der Verbraucher moniert, dass er eigentlich die hohen Gehälter und Luxuseinrichtungen nicht zu finanzieren bereit ist. Zumal diesem Verbraucher - wenn er Darmstädter ist - praktisch die Hälfte der Firma gehört. Die Gelder kommen sozusagen zum Großteil aus den Taschen der Eigentümer, die nur grimmig staunend beobachten können wie mit diesem Geldsegen geprasst wird. Zudem, Supergehälter und Luxusausstattung schmälern ja auch die ihm zustehenden Ausschüttungen.

Energie für den Endverbraucher wird immer teurer, offensichtlich nicht nur wegen der Erzeugungskosten.
Beim Abwasser hatte das Gericht die damaligen Verträge und Vereinbarungen „als Lizenz zum Geld drucken“ bezeichnet - aufzuheben war das nur, weil die Abwasserentsorgung dem Gebührenrecht unterliegt und die Gewinnspannen deckelt.

Bei der Energieversorgung ist das leider anders. Trotzdem wäre es eigentlich die Pflicht eines Versorgers, der mit 53% im kommunalen Besitz sich befindet, die Bürger so preisgünstig wie möglich zu versorgen und nicht als Melkkühe für satte Gewinne zu betrachten.

Hoffen wir, dass die Sitzgelegenheiten ohne Kinderarbeit mit HSE-Windenergie hergestellt wurden, das Leder von Rindern aus einem Ökobetrieb stammt und das Holz aus nachhaltigem Anbau geliefert wurde.
Dann sitzt es sich wenigstens gleich viel angenehmer und mit bestem Gewissen auch auf außerordentlichem Luxus - oder etwa nicht ?

hk

30.06.2010