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Museumsbau Sander

Auf Sand geplant - wird trotzdem gebaut ?

Bislang befinden wir uns noch in der Planungsphase. Diejenigen, die dort ein festes Bauwerk errichten wollen, haben sich mit dem Areal und dessen Tragfähigkeit für dieses Konzept möglicherweise kräftig geirrt.
Wir wollen hoffen, dass das noch rechtzeitig erkannt wird. Die Bürgerinitiative SOS-Mathildenhöhe hat dankenswerterweise eine Menge historische, gestalterische Argumente gesammelt, die gegen eine solches Würfelprojekt sprechen. Das wollen wir an dieser Stelle nicht wiederholen, verlinken aber hier gerne auf die Seite:
- sos-mathildenhoehe -

Zur Ehrenrettung der Stadtverordneten muss gesagt werden, dass es sich bei der Vorlage „nur“ um die Vergabe des Grundstückes in Erbbaurecht / -pacht und „nur“ um die Bewilligung eines Wettbewerbes - vom Ehepaar Sander bezahlt - ging. All das für die Stadt quasi zur kostenlosen „Wiederherstellung der städtebaulichen Ordnung“. Auch der dort dann im Wege stehende Ernst-Ludwig-Brunnen sollte auf Kosten der Museumsbetreiber versetzt werden.
Das hörte sich ja doch super gut an: geschenktes Museum mit jährlichen Einnahmen durch die Erbpacht, gebaut nach den Plänen der Preisträger eines großen Wettbewerbs - da kann ja nichts schief gehen ( Die „Gläubigkeit“ an die „Gestaltungshoheit“ von Wettbewerbssiegern ist halt doch bei Laien hoch. )
Eigentlich eine Angebot an Selbstlosigkeit kaum zu überbieten. ( Den Spruch vom "geschenkten Gaul" wollen wir hier nicht bemühen )
Die eigentliche Tragweite wurde nicht erkannt.

Kann man aber bei einem solchen „Millionengeschenk“ mit „Nein“ stimmen und riskieren den „Unmut“ aller Beteiligten, einschließlich der Bürger auf sich zu ziehen ? Wieder einmal als ständige „Neinsager und Nörgler“ diffamiert zu werden? Wegen dieser Situation ( damals gab es noch keine BI gegen ein solches Vorhaben ) wurde erwogen sich seitens der UWIGA zu enthalten. Schlussendlich entschlossen wir uns aber zu einem - mutigen(?) - „Nein“.
Weshalb übrigens diese Vorlage mit dem Satz „… Aufgrund der Dringlichkeit der Angelegenheit…“ garniert wurde, mögen Eingeweihte wissen.

Leider ist die entsprechende Vorlage „nichtöffentlich“, wir würden sie hier gerne zum Lesen den Bürgern zur Verfügung stellen.
Das Abstimmungsergebnis dürfte aber nicht „geheim“ sein und ist hiermit nachlesbar:
Der Vorlage wird - bei einer Gegenstimme aus der Fraktion UFFBASSE und gegen die Stimme von UWIGA, bei zwei Stimmenthaltungen aus der Fraktion UFFBASSE - zugestimmt.
Wir haben aus „Standortgründen“, Uffbasse - man verzeihe uns diese Vermutung - wohl eher wegen der Etablierung von gebautem Standesdünkel dagegen gestimmt.

Begründet haben wir damals auch, weshalb wir dagegen sind: es fehle eine Gesamtkonzeption, die Lage sei zu exponiert, ein Wettbewerb erbringe nicht automatisch ein akzeptables Ergebnis, zuvor müsse eh geklärt werden, ob dies nicht die Bemühungen um das Weltkulturerbe Mathildenhöhe in Gefahr bringen könnte.
Jetzt kommt - glücklicherweise - eine heftige Diskussion unter den Bürgern zustande und alle Stadtverordneten haben natürlich zuvor nichts Genaues gewusst ( was genau genommen stimmt ), baden teilweise ihre Hände in Unschuld.

Dass ein Bau, der seine Hauptmasse im Erdreich verstecken muss, als Preisträger prämiert wurde, zeigt eigentlich schon „ein gewisses Bauchweh“ beim Preisgericht. Ein eindeutigeres Fazit könnte man daraus ziehen: Dieses Bauwerk mit seinen notwendigen Geschossflächen gehört einfach nicht dahin. Ganz zu schweigen von seiner „Beliebigkeit“ - einen eindeutigen Bezug zur Mathildenhöhe hat er weder baulich noch inhaltlich - trotz aller lobend-blumigen Beurteilungen des Preisgerichtes

Wir könnten natürlich jetzt einen Antrag auf Aufhebung des Vertrages stellen. Einen ordentliche Bauleitplanung zuvor verlangen. Tun wir aber nicht, da wir wissen, dann wird alles abgelehnt weil´s von der UWIGA stammt. Hoffen wir also, dass dies andere, etablierte Parteien tun.
Deutlich betonen wollen wir auch, dass wir nicht gegen ein engagiertes, privates Mäzenatentum sind. Es ist ehrenwert, aber nur erstrebenswert, wenn es sich der Diskussion aufrichtig und offen stellt und nicht „das Gschmäckle“ von Privilegierung und bloßer Imageerhöhung in sich trägt.

17.10.2010