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Kommentar der UWIGA zur Ampelkoalition

Nach den Kriegsbeil nun die Ampel

In Darmstadt werden gerne Metaphern bemüht um Zusammenhänge zu verdeutlichen.
So auch die Aufstellung einer echten Ampel zur Koalitionsvereinbarungsfeier.
Aus Sicht der UWIGA ist “die Ampel” durchaus sinnig gewählt.
Sie ist ein Zeichen um Auseinandersetzungen, Kollisionen zu verhindern, ohne allerdings die Funktion eines Wegweisers zu übernehmen.
Voraussetzung für ihre Funktionsfähigkeit ist eine stetige teure Energiezufuhr und eine abgestimmte Feinsteuerung aus der Zentrale. Nichts für Individualisten.

Rot steht als Signal - und Warnfarbe für Stillstand, abwarten, die Fahrspur blockieren. Keiner überholt, alle ordnen sich brav ein. Denkt man an die vorzunehmende Sicherung von Posten und Ämtern ein durchaus einsichtiges Vorgehen.

Rot-Gelb heißt, bitte vorbereiten, es geht gleich los, es kann ohne Spurwechsel weitergehen, die Kreuzung ist geräumt.

Grün, endlich freie Fahrt - Gas geben - aber wohin ? Eine Ampel ist schließlich kein Richtungsweiser. Eigentlich zur Optimierung des Individualverkehrs erfunden scheint das Ampelgrün bei den Grünen etwas merkwürdig aufgehoben.
Dient die freie Fahrt hauptsächlich einem Individuum, um diesem das rechtzeitige Erscheinen beim Termin für neu zu vergebende Posten zu ermöglichen ?

Dann wieder gelb, mit letzter Kraft und “mehr Tempo”, egal wie betagt das Fahrzeug ist, schnell noch weiter zum Erreichen eines Ziels von dem man so lange geträumt hat. Der Fahrer weiß, es wird ja sogleich wieder rot aufleuchten und man wird sich dann möglicherweise (über) schwarz ärgern.

Eine Ampel funktioniert nur bei braver Einhaltung der Leuchtfolge. Leuchten alle Farben zusammen führt das zur Konfusion, die Ampelkoalition erlebt ihren Ampelkollaps. Ein Anlass zur Demontage der Ampel.
Auch Anlass endlich über einen Kreisel nachzudenken ? Jeder nimmt Rücksicht bei der Einfahrt, alles geht flüssig und ohne Stockungen, mit Handzeichen lässt man auch mal dem anderen den Vortritt, Richtungswechsel und abweichen, abbiegen ist einfach.

Egal ob Ampel oder Jamaika, die Farbspiele machten die Etablierten unter sich aus.
Was im Wahlkampf alles versprochen wurde ! Letztlich siegten die Personalinteressen.
Dass der Wähler diese Art von Farbenmix satt hat, weil das bekannte grau herauskommt, braucht niemanden zu wundern.
Unsere Farbe blau, die Farbe der Vernunft, des Vertrauens und der Verlässlichkeit,
der Richtungsweiser, spielte keinerlei Rolle. Wiewohl der eigentliche Wahlsieger waren wir nie gefragt.
Die Intensität unserer Farbe war wohl nicht genug berechenbar.

18.07.2006