Home >> Darmstadt >> >> Das Pflaster aus Indien senkt sich ab

Das Pflaster aus Indien senkt sich ab

Naturstein hält Bussen nicht stand / Gutachter moniert Verstoß gegen Din-Norm / Streit um Kinderarbeit geht weiter

Seit Monaten lagert tonnenweise Granit vor dem Hauptbahnhof. Die Stadt will den Platz der Deutschen Einheit damit pflastern, obwohl sich an der Haltestelle Schlossplatz Mängel zeigen. Der Importeur hat auch noch kein Zertifikat gegen Kinderarbeit erbracht
weiter...


Technischer Kommentar - Glosse - zum Bericht in der Frankfurter Rundschau:

Was heißt hier DIN-Normen- die obere Ansichtsgröße der Steine ist nicht so entscheidend, die Dicke ist es. ( min 6 cm - Werkstein möglicherweise 8 cm je nach Güte)
Maßgeblich für die Standfestigkeit ist der UNTERBAU - der besteht aus Splitt, darunter Kiesbett.
Dieser Unterbau wird so in der Höhe planeben abgezogen, wie die spätere Oberfläche zu sein hat.
Natürlich minus Steindicke + ca. 1 cm für den Rüttler.
Wenn ich darauf natürlich Steine verschiedener Dicke ( mal 8, mal 6 cm - möglicherweise für den einzelnen Stein DIN-gerecht ) lege, habe ich sofort Stufungen von 1 bis 2 cm in der Oberfläche.

Kann das nachverschlimmbessern, indem ich jeden einzelnen Dünn-Stein mühsam mit Teelöffel und Chirurgenmesser händisch unterfüttere und darauf hoffe, dass das alles beim Abrütteln schon irgendwie hält.
Und wunderbar, es hält. Jeder Stein senkt sich um die 1 cm und sitzt fest verankert.
Sieht dann auch schön eben aus, weil alle Steine nur vertikal was vom Rüttler auf den Schädel bekommen haben.
Jetzt kommt der schwere Bus und bremst noch, fährt wieder an, mal sacht, mal weniger sanft.
Was passiert mit den Steinen ?
Der fragen sich, wie weichen wir dieser unangenehmen seitlichen, dynamischen Kraft der Reifen aus und wollen sich nach unten verdrücken.
Im Normalfall hat er unten einen scharfkantigen Gegner ( Splitbett ) und neben sich einen gleichwertigen Partner. Also nichts zu machen - aushalten und durchhalten.
Anders bei dem Dünnstein.
Der kann das, weil die mit der Pinzette eingebrachte Unterfütterung das zulässt.
Der Stein-Partner daneben ist dicker und deshalb zieht der Dünnstein erst mal den Kopf ein bis er die Unterkante seines Partners erreicht.
Dann ist Schluss, er kriegt ja keine Kraft mehr auf den Deckel weil er sein Haupt aus der Gefahrenzone gezogen hat.
Jetzt kriegt aber sein Partner neben sich mehr als sonst seinen Reifen-Kinnhaken ab.
Was macht der ?
Na klar, auch der versucht sich zu verdrücken und hebt seinen Dünnpartner erst mal wieder an.
Der soll ja gefälligst auch was abbekommen. So wandern sie und wandern sie ...
Drum prüfe wer sich ewig schindet....

Betonspur für Bus : es gibt auch farbigen Beton - einfach NATUR-Pigmente beimischen.
Na so was. Ist doch was für die GRÜNEN.
Da krieg ich jede Farbnuance hin.
Und Beton ist auch ein Naturprodukt - wenn ich ihn nicht mit Abfallprodukten versaue...
Oder reißen wir Bauprojekte der alten Römer aus Umweltschutzgründen ab ? ...

Einen schönen Tag noch allerseits.
Helmut Klett

30.07.2006