hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Begründung :
Am 02.11.05 um 19.30 in der GSI - großer Hörsaal - war ich bei der
Anhörung der Bevölkerung im Zuge des Bebauungsplanverfahrens
Dort konnte man öffentlich vom baulichen Projektleiter Herrn Prof. Dr.
Katzenbach erfahren, dass ein unterirdischer Vortrieb des tunnelartigen Ringes
wegen der geforderten Radien technisch und finanziell nicht darstellbar ist.
Das heißt zur Realisierung des Ringes ist eine riesige offene Baugrube
von oben bis in ca. 20 Meter Tiefe notwendig.
Im Internet sind andere Verfahren angesprochen.
Durch die öffentliche Anhörung dürfte jetzt klar sein, dass das
offene Verfahren zur Anwendung kommt.
Das bedeutet einen gewaltigen Eingriff in den dortigen Waldbestand mit großflächiger
Abholzung im Landschaftsschutzgebiet und im Naherholungsbereich des Darmstädter
Nordens.
Selbst bei Aufforstung dürfte der jetzige Waldbestand erst wieder in ca.
20 Jahren hergestellt sein.
Möglicherweise wurde im Bebauungsplanverfahren von einem unterirdischen
Vortrieb ausgegangen. Auch der unproblematischere Landerwerb ( Staatsforst )
könnte eine Rolle gespielt haben.
Beim jetzigen Wissensstand sollte aber ernsthaft nach umweltschonenderen Alternativen
gesucht werden, bevor sich das Verfahren als unaufhaltbarer "Selbstläufer"
entwickelt.
Andererseits sehe ich die Notwendigkeit eines solchen Vorhabens ein.
Uneingeschränkt könnte es aber anders und wesentlich schonender realisiert
werden.
In der Anlage habe ich deshalb zwei Alternativvarianten als prinzipielle Anregungen
beigelegt
Die baulichen und betriebstechnischen Voraussetzungen ( z.B. Anschluss an vorhandenen
Beschleuniger ) konnten von mir im Einzelnen natürlich nicht dargestellt
werden.
Wenn von dem Ring keine gefährliche Strahlung zu erwarten ist, wäre
ja nach Fertigstellung eine landwirtschaftliche Nutzung wie zuvor möglich.
Inwieweit allerdings die Sevesorichtlinien, Gefahr von Terrorangriffen etc.
eine Rolle spielen kann ich nicht - würde es aber gern - wissen..
Vorteile der Alternative:
Waldschonend ( immerhin ist das LSG )
Überwachung auf freiem Feld einfacher
Nach Bau wieder Landwirtschaft möglich ( falls die Strahlung wirklich harmlos
ist )
Der Bauablauf sehr viel einfacher - Andienung/Abfuhr
Keine Störung über 7 Jahre des Wald-Naherholungsgebietes
Keine teure Waldrodung und Aufforstung notwendig
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Klett
Dipl.-Ing.-freier Architekt
Messeler Straße 9 - 64291 Darmstadt
Telefon: 06151 373950
1. Vors. Reitverein Dianaburg
1.Vors. UWIGA

Der Einspruch wurde als unbegründet zurückgewiesen.
Begründung der Ablehnung:
Kommentar zu den Ablehnungsgründen:
Die Südlage – offene Feldlage - wurde als Variante wohl nie erwogen,
da von unterirdischer Bauweise schon von Anfang an ausgegangen wurde.
Auf der offiziellen Seite der GSI über das Bauvorhaben „FAIR“
ist unter der Bauausführung nach wie vor noch heute nachzulesen :
Quelle : http://www.gsi.de/zukunftsprojekt/bau.html
Wie in der Fotomontage dargestellt, soll FAIR östlich der bestehenden GSI-Anlage errichtet werden. Die geographische Anordnung der geplanten Anlage ist dadurch vorgegeben, dass sie die existierenden Beschleuniger als Injektor nutzt. Die bauliche Realisation orientiert sich außerdem an Erfordernissen des Strahlenschutzes sowie der gebotenen Kostenoptimierung für die Gebäude und technischen Einrichtungen. Daraus ergibt sich folgendes Baukonzept: Der große Doppelring mit einem Umfang von knapp 1100 Metern wird unterirdisch in 24 Meter Tiefe in einem Ringtunnel angelegt. Die Tunnelbohrung kann sehr kosteneffektiv mit dem Schildvortriebverfahren durchgeführt werden. Die unterirdische Anordnung bringt außerdem erhebliche Kosteneinsparungen bei den Abschirmmaßnahmen für den Strahlenschutz. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Wald im Bereich des Doppelringes erhalten bleibt. Alle übrigen Gebäude werden südlich des großen Ringtunnels angeordnet. Wegen der großen Flächen ist hier eine oberirdische Realisation die günstigere Lösung. Für die Errichtung der oberirdischen Gebäude müssen etwa 14 Hektar Wald gerodet werden, die zur Kompensation an einem anderen Ort wieder aufgeforstet werden.

Für den Beschleuniger müssen jetzt schätzungsweise
noch zusätzlich 13 ha Wald geopfert werden, das sind 130.000 Quadratmeter.
Bis der Wald wieder so steht wie heute werden 20 Jahre vergehen.
Es klingt schon fast lächerlich, wenn als Gegenargument zur Feldlage vom
„Entfall der wirtschaftlichen Grundlage der Landwirte“ gesprochen
wird.
Nachdem die EU auch Brachflächen subventioniert ist nicht ganz einzusehen,
weshalb den Landwirten nicht eine Prämie für den Ernteausfall über
die 3 Jahre Bauzeit gezahlt werden kann.
Die Kosten der Abholzung und Aufforstung sollte man ernsthaft dagegen rechnen,
da wird die Ausfallprämie zu einem winzigen Betrag.
Weshalb nicht schon in der Vorplanung nicht bekannt war, dass das unterirdische
Verfahren nicht geht, ist ebenfalls nicht nachzuvollziehen.
Das Projekt entwickelte sich so als „Selbstläufer“, auch wenn
eine wesentliche Prämisse entfiel, muss das Bebaungsplanverfahren durchgezogen
werden.
Viele der technischen Zeichnungen und Überlegungen wären ja sonst
reif für den Papierkorb – und das darf nicht sein.
Die Arheilger werden sich noch die Augen reiben wenn der Baubetrieb erst richtig
los geht.
Um Ihnen etwas die Größenverhältnisse klarzumachen, ein ungefähr
zu erwartender Schnitt durch die Baugrube.

Rodungsfläche
im Vergleich zu Arheilgen:

Landschaftsschutzgebiet
Darmstadt-Nord:

31.07.2006