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Staatstheater

Zunächst - einige Zahlen zum Staatstheater

Die meisten Darmstädter sind stolz auf das in den 70-er Jahren neugebaute Staatstheater, auch wenn man über die (damals moderne) Beton-Architektur geteilter Meinung sein kann.

Zwischen dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt wurde im Jahre 1972 ein Vertrag zur Finanzierung des Staatstheaters abgeschlossen. Danach trägt das Land Hessen 52% und die Stadt Darmstadt 48% der erforderlichen Zuschüsse zum Etat des Staatstheaters.

Dieser Etat beläuft sich seit etlichen Jahren – abgesehen von leichten Schwankungen - in einer Größenordnung von etwa 30 Mio € pro Jahr. Gedeckt durch direkte Einnahmen des Theaters werden davon ca. 2.5 Mio €. Die Differenz von 27,5 Mio € wird anteilig von der Stadt Darmstadt (13 Mio €) und vom Land Hessen (14,5 Mio €) aufgebracht – Jahr für Jahr.

Die obigen Zahlen beziehen sich nur auf den laufenden Betrieb. Die Kosten der derzeitigen Sanierung - 35 Jahre nach Erbauung – belaufen sich auf ca. 70 Mio €, wovon die Stadt Darmstadt etwa 14 Mio € beiträgt, der Rest wird vom Land und über Zuschüsse abgedeckt.

Die Nutzung – Theaterbesucher bezogen auf Anzahl Plätze mal Anzahl Vorstellungen – schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 65% (2002/03) und 75% (1997/98). In der Spielzeit 2002/03 waren dies rund 225.000 Besucher, was einer Nutzung von ca. 70% der angebotenen Plätze entsprach.

Pro Besucher ergeben sich rechnerisch 85 € Zuschuß - verfälscht durch das während der Sanierung reduzierte Platzangebot. Gibt es dann der Sanierung wieder die volle Kapazität von ca. 1.600 Plätzen (und legt man die Anzahl Vorstellungen sowie die durchschnittliche Nutzung der letzten 10 Jahre zugrunde), errechnet sich ein Zuschuß von ca. 50 € – immer noch ein signifikanter Zuschuß für jeden einzelnen Theaterbesuch.

1. Fazit und Forderung der UWIGA

Bedenkt man, daß der Bereich Kultur im Darmstädter Haushalt 05 mit insgesamt etwa 16 Mio € veranschlagt ist, entfallen mit 13 Mio € also 75% davon allein auf das Staatstheater, der Rest von 3 Mio € ist für mehr oder weniger etablierte Kultur-Institutionen vorgesehen – so gut wie gar nichts geht an die alternative Kulturszene.

Während die anderen Kulturschaffenden ihren Etat ganz überwiegend selbst erwirtschaften (müssen), liegt der eigene Anteil des Staatstheaters bei weniger als 10% der Ausgaben. Daß dies kein Bewußtsein für wirtschaftlichen und sparsamen Betrieb erzeugt, liegt auf der Hand – wenn der Fehlbetrag zu mehr als 90% aus Steuermitteln gedeckt wird, macht sich kein Mensch Sorgen ums Geld.

Andere renommierte Theater sind da viel aktiver – Kultursponsoring ist das Schlagwort.

Schaut man sich die Internetseiten renommierter Häuser an, so finden sich dort eine Vielzahl von Sponsoren – bisweilen sogar eingeteilt in Premium-, Silber- und Goldsponsoren o.ä.

Man muß nicht unbedingt die Situation in den USA zitieren, wo eine lebendige Kulturszene fast ohne jegliche staatliche Förderung existiert - die Webseiten der Nibelungen Festspiele Worms, des Rheingau Festivals, der Darmstädter Residenz Festspiele, der Bayerischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper, von Bayreuth – dies alles sind nur Beispiele eines ausgeprägten Kultursponsoring.

Kultursponsoring ist keine neue Idee der UWIGA. Die Aufforderung zur Sponsorensuche ist nur eines der Ergebnisse der Hessischen Kulturkommission, die 2001 von der damaligen Ministerin Ruth Wagner (FDP) unter Führung von Hilmar Hoffmann eingesetzt wurde.

 

Für die Staatstheater wird in diesem Bericht unter anderem empfohlen

Außerdem – „Die Kommission empfiehlt den Hessischen Staatstheatern .... sich um die schwierige Akquirierung privater Mittel intensiv zu bemühen“.

Die Kommission empfiehlt sogar spezielle Schulungen, um ein erfolgreiches Einwerben von Sponsorenmitteln zu trainieren. Eine offizielle Zusammenfassung der Studie gibt es hier.

2. Fazit und Forderung der UWIGA

Wie würde es dann klingen bei

31.07.2006