hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Der „Knackpunkt“ ist, dass den Arheilgern mit Verlagerung der
Wendeschleife ans Ortsende ein echtes Einkaufszentrum und eine neue urbane Ortsmitte
versprochen wird.
Das Ziel „gestaltete Ortsmitte“ halten wir für grundsätzlich
richtig
Die Wendeschleife muss deshalb weg, so argumentieren Politiker und Stadtplaner.
Um dieses Ziel zu erreichen muss zweigleisig gebaut werden, sonst beteiligt
sich der Bund an den Kosten nicht.
Diesen Ansatz, „das zahlt ja sowieso der Bund“ , halten wir grundsätzlich
für falsch.
Aus Sicht des Steuerzahlers sind ja nun nicht Projekte deswegen zu unterstützen,
weil mehr Bürger zu deren Finanzierung herangezogen werden.
Warum nicht an eine Alternative denken, die die Wendeschleife erhält und auch das Zentrum ermöglicht?
Also: Überbauung statt Entfall der Wendeschleife an der
Hofgasse, mit ihrem z.Z. idealen
zentralen Einstiegsplatz.
Im Erdgeschoss kann eine witterungsunabhängige, sogar beheizte Einstiegshalle
( Automatiktore für Tram ) entstehen, mit Kiosk, Cafe, Wartezonen und den
ungemütlichen, zugigen, unschönen Warteplatz ablösen. Warum nicht
einen Trambahnhof mit belebender Infrastruktur ?
In der zweiten Ebene entsteht das lang ersehnte Einkaufszentrum, angedient mit
Rolltreppe, Aufzug oder Rollrampe. Die dritte Ebene mit Dachgärten, Büros,
Wohnraum.
Wir treten bei diesem Projekt für eine Lösung ein, die auf echten,
verlässlichen
Zahlen basiert und die flexibler, effizienter und kostengünstiger ist.
Die gestalterische Aufwertung der Frankfurter Landstraße ist auch eingleisig
prinzipiell denkbar, wenn nicht sogar besser lösbar.
Das Zahlenmaterial - und mithin das Ranking (Wertung nach bestimmten Kriterien) bei den förderungswürdigen Vorhaben - stimmt nicht da veraltet.
- Weit über den Bedarf hinaus geht der geplante zweigleisige
Ausbau der Arheilger Stassenbahn im 7,5 min Takt, mit täglich 73.800 Fahrgastplätzen.
Zum Vergleich: Die HEAG transportiert mit Bussen und Bahnen täglich etwa
80.000 Fahrgäste in ganz Darmstadt! (Quelle: stadteigene Statistik)
- Die Frankfurter Landstrasse ist zu schmal für den Einbau
einer zweigleisigen Strassenbahn, besonders in ihrem nördlichen Abschnitt,
so dass Nachteile beim Verkehrsfluss für die anderen Verkehrsträger
entstehen, ein Grossteil der vorhandenen Parkplätze entfallen und die Unfallzahlen
steigen würden. Auch die Seitenstrassen würden durch Ausweich- und
Parksuch-Verkehr in Mitleidenschaft gezogen.
Auch der ADFC sieht Gefahren besonders für die Radfahrer
- Kalkulierte Kosten i.H.v. ca € 22 Mio hat der Steuerzahler
aufzubringen und stehen in einem ungünstigen Verhältnis zum möglichen
Nutzen, insbesondere wenn man neuere Zahlen der Strassenbahnnutzer und des Individual-Verkehrs
heranzieht. Die hohen zu erwartenden Zuschüsse für den Betrieb kämen
noch hinzu.
Zum Vergleich: Die Strassenbahn nach Kranichstein erfordert jährlich €
4,3 Mio Zuschüsse.
- Alternativ Busse einsetzen und Wendeschleife bei Fa Merck optimierend
nutzen.
Ein Mehr an Bussen mit Zentralandienung an der Wendeschleife Merck ohne wesentliche
weitere Kosten durch Nutzung vorhandener Strassen. Sie fahren betriebstechnisch
kostengünstiger und sind auch flexibler. Die Neubaugebiete im Blüten-Viertel
und am ehemaligen Schenck-Gelände sollen ohnehin durch Bus-Linien angeschlossen
werden.
- Rufbus und Sammeltaxi als weitere, intelligente Lösungen
liessen sich optimal mit Bus-
linien kombinieren, zumindest in den verkehrsschwachen Zeiten, wie dies in anderen
Kommunen bereits erfolgreich praktiziert wird.
- Die Betroffenen würden mit Anliegerbeiträgen belastet
wegen dieser unausgewogenen
Verkehrsplanung, die für sie nur inakzeptable Nachteile brächte.
- Die finanzielle Beteiligung der HEAG beschränkt sich
lt. Darmstädter Echo v. Anf. Feb.
ausschliesslich auf den ersten Bauabschnitt, also dort, wo die Schienen schon
existieren.
16.02.2006