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Was hat Münchhausen mit dem Darmstadtium zu tun ?

Nach den schlüssigen Argumenten der letzten Tage, die eindeutig einleuchtend für die sündhaft teuren Sitzungen im Darmstadtium sprechen, wären doch folgerichtig sämtliche städtischen Sitzungen und Tagungen nach diesem Muster zu verlegen. Wann kommen die Verantwortlichen auf diesen einfachen, genialen und betriebswirtschaftlich fundierten Kniff ?

Die Stadt braucht ständig standesgemäße Standorte für eine Unzahl von Empfängen, Ehrungen, Verleihungen, Tagungen von Ausschüssen etc.. Die gehören nach heutigen Erkenntnissen alle ins Darmstadtium, um so den notwendig würdigen Rahmen endlich in angemessenem Ambiente anbieten zu können.
Und das Schönste dabei ist, die Stadt muss kein zusätzliches Geld in die Hand nehmen ! Wer darüber staunt - ehrlich - es ist ganz einfach:

Da das WKZ voraussichtlich ein Defizit von ein paar Millionen produziert, kann man doch für dieses Geld - den sogenannten Millionen-Sowieso-Kosten - praktisch ebenso gut Sitzungen mit opulentem Cateringservice, charmanter Hostessenbetreuung, individuellem Chauffeurdienst, aufwändigem Tischschmuck mit freien Trink- und Essgelagen anbieten.
Artistik- und Comedyvorführungen als Rahmenprogramm zur Unterhaltung unserer Stadtverordneten und der Zuhörer wären zusätzlich ohne Mehrkosten zu buchen.
Angenehmer Nebeneffekt dieser zum Event aufgepeppten Stadtverordneten-versammlung könnte sein, dass endlich die Darmstädter Bürger das Parlament wieder zahlreich aufsuchen und so unsere liebenswerte Demokratie stärken.

Na ja, selbst wenn die Sowieso-Kosten überschritten werden, stärkt das doch den Gewinn des Darmstadtiums und kommt uns allen zu Gute. Ein seine Kosten deckendes, ständig ausgebuchtes Kongresszentrum wäre ja einzigartig und ließe sich leichter vermarkten.

Das Darmstadtium schreibt so flugs schwarze Zahlen und kommt aus dem kritischen und despektierlichen Gerede. Das Motzen hätte endlich ein jähes Ende gefunden, das Darmstadtium wird zu einer großartigen Erfolgsstory. Ein Wirt, der sich in seine eigene Gaststube setzt und selbst sein Bier trinkt, macht ja auch einen höheren Umsatz und damit mehr Gewinn. Man muss nur darauf kommen.

Warum, so fragt man sich, wird das nicht gemacht - oder ist das zu voreilig und schon längst so von den Kennern der Materie geplant ?
Münchhausen hat´s doch vorgemacht, wie man sich an den eigen Haaren aus dem Sumpf zieht.
Also - packen wir´s an !

hk

25.01.2008