hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen,
Der Magistrat wird beauftragt
1.Eine Untersuchung zu veranlassen, um den Zustand der unten aufgeführten Brunnen festzustellen und der Stadtverordnetenversammlung die Ergebnisse dieser Studie vorzulegen.
2.Für alle Brunnen eine grobe Abschätzung vorzunehmen, welchen finanziellen Aufwand die Renovierung der Brunnenbauten und Wiederinbetriebnahme der jeweiligen Wasserversorgung erfordern würde.
3.Festzustellen, ob und in welcher Höhe die in 2. aufgeführten Maßnahmen über entsprechende Programme des Landes und/oder des Bundes gefördert werden.
4.Ein Konzept als Vorschlag zu erarbeiten, in welchem zeitlichen Rahmen und in welcher Form die Brunnen der Stadt Darmstadt saniert werden können.
5.Ein begleitendes Maßnahmenpaket vorzustellen, um - vergleichbar mit dem Gartentaler, der Tierpatenschaft beim Vivarium und den Brunnenpaten in Eberstadt - Privatpersonen und Gewerbetreibende über entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, Faltblatt etc. als Sponsoren für diese Sache zu gewinnen.
Hintergrund und Begründung
Es gibt eine Vielzahl historischer und auch moderner Brunnen in Darmstadt, die leider z.T. stark verwahrlost sind. Das fließende Wasser, welches ja die Wesensart eines Brunnen ausmacht ist leider bei den meisten Brunnen versiegt bzw. stillgelegt.
Im Sinne einer allgemeinen Verschönerung des Stadtbildes sollen diese Bauten, die auch ein Teil des städtischen Kulturerbes darstellen wiederbelebt werden.
Auch unter dem Leitsatz der Agenda21 - Wasser in der Stadt - erscheint eine Re-vitalisierung dieser historischen Objekte angebracht.
Es erscheint nicht gerechtfertigt, einerseits mit signifikantem Aufwand neue Elemente mit und ohne Wasser im Stadtbild zu schaffen und andererseits bestehende Objekte sträflich zu vernachlässigen.
Helmut Klett (Fraktionsvorsitzender)
W. Bornheimer, G. Hang, W. Oßmann
Anhang - Liste von 17 Brunnen
Die Reihenfolge der ersten Brunnen stellt eine von der UWIGA vorgenommene Gewichtung dar - u.a. unter dem Aspekt Neugestaltung des Bereiches Hauptbahnhof sowie hinsichtlich der Jubiläumsfeier der Mathildenhöhe im nächsten Jahr.
1.Tritonenbrunnen - Paulusplatz/Ecke Wittmannstraße aus 1908, Bildhauer Heinrich Jobst
2.Niebergallbrunnen (Datterichbrunnen) - große Bachgasse, Brunnen mit Säule errichtet zur 600-Jahrfeier 1930, ein Werk des Bildhauers Well Habicht
3.Marktbrunnen - von 1546, verändert 1780, Pläne von Bildhauer Johann Helfrich Müller
4.Platz der Deutschen Einheit / Ecke Külpstraße, Teil der Gesamtanlage von 1912, erreichtet von Heinrich Jobst als südlicher Abschluß des Hauptbahnhofkomplexes
5.Hauptbahnhof Fürstenbahnhof - Stiftung des Verkehrsvereines 1911 von Fölmi; erneuert, aber ohne Wasser
6.Mathildenhöhe - Haupteingang, Erkerbrunnen von Joseph Maria Olbrich, 1907/1908
7.Alexandraweg / Mathildenhöhweg - Wandbrunnen, Entwurf Joseph Maria Olbrich, Bildhauer Ludwig Habich
8.Berliner Allee 6/8 (ehem. Deutsche Buchgemeinschaft/ABC-Verlag) - Stahlbetonbrunnen aus den 50er Jahren, Entwurf Baron Veltheim-Lottum
9.Mornewegstraße / Erasmus-Kittler-Schule - 60er Jahre,
10.Rheinstraße/Kasinostraße - Westecke, Grünanlage mit 6 Brunnenbecken aus 60er Jahre
11.Adelungstraße 1 - Technischer Brunnen, 70er Jahre
12.Kaplaneigasse / Stadtmauer - Kanzlerbrunnen von 1860, von Bildhauer Johann Baptist Scholl dem Jüngeren
13.Alexanderstraße / Merckstraße - Stadtbrunnen von Bildhauer Johann Baptist Scholl dem Jüngeren
14.Roßdörfer Straße / Heidenreichstraße - Südostecke
15.Nieder-Ramstädter Straße / Heinrichstraße - Tierbrunnen, Bildhauer Anton Lußmann
16.Forstmeisterplatz / Bessungen - „Brunnebütt“, vermutlich gebaut 1825
17.Johannesplatz - Brunnen, Anlage aus 60er Jahren
04.08.2006