hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Einigkeit beim Ferienparlament : Der schlechteste Standort, von der
Ampel trotzdem abgenickt und durchgezogen.
FDP fällt um
Wir
von der UWIGA hatten geglaubt, in der Kommunalpolitik gäbe es so etwas
wie gegenseitige, parteiübergreifende, vernunftbezogene Diskussionen und
damit die Möglichkeit falsche Entscheidungen der obersten Etage zu verhindern
oder wenigstens nachzubessern.
Weit gefehlt. Ein exemplarisches Beispiel über fehlendes Demokratieverständnis
ist die Standortfestlegung des Neubauteiles der Stadtteilschule.
Um was geht es, ging es ?
Die Stadtteilschule soll einen Neubautrakt erhalten, darin sind sich alle einig.
Seltsamerweise wird dieser Trakt mitten in den Pausenhof gesetzt, wiewohl wissend,
dass die Pavillons an der südlichen Grundstücksgrenze abgerissen werden
sollen.
Das rot-grüne Argument, die Gesamtbewegungsfläche für die Schüler
bliebe ja schließlich gleich, ist nicht nachvollziehbar. So ließen
sich natürlich auch zwei halbe Fußballfelder als Spielfeld legitimieren.
Warum also nicht den Neubau in Richtung der abzureißenden Pavillons verschieben
?
Erreicht würde damit weiterhin eine zusammenhängende, einheitliche
Pausenhoffläche.
Zudem müssten die schönen und schattenspendenden Bäume nicht
gefällt werden.
( Ein Argument, was die Grünen merkwürdigerweise überhaupt nicht
berührt )
Die FDP hatte noch im Frühjahr ebenso wie die CDU vernunftorientiert deshalb
eine Standortverschiebung gefordert. Der Lehrkörper und die Eltern waren
mehrheitlich der gleichen Meinung.
Bei Rot-Grün erahnte man allmählich auch, dass dieser südlichere
Standort eigentlich richtiger sei.
Warum also nicht die bessere Lösung ?
Wegen Finanzierungszusagen aus Landesmitteln und einem zu engem Zeitfenster
sei eine Umplanung nicht möglich, so die Rot-Grüne Argumentation.
Umplanung ?
Wir von der UWIGA haben die Planung durchgesehen und Skizzen für Alternativen
gefertigt. Dies in der Hoffnung, jedem der Beteiligten würde dadurch ein
Licht aufgehen.
Der Trakt ist nicht unterkellert, ist nicht mit dem Altbau verbunden. Bei einer
Verschiebung um ein paar Meter nach Süden bliebe die Werkplanung, die Baumasse
gleich, lediglich in der Erde verlegte Versorgungsleitungen müssten verlängert
werden.
Ein unüberwindliches Hindernis, das monatelanger Planungsarbeiten bedarf,
so der Tenor von Herrn Stadtbaurat Wenzel ?
Für wie unbedarft hält Rot-Grün – und jetzt noch Gelb -
die Stadtverordneten der Opposition ?
Nein, es geht schlicht darum eine Schlagzeile zu verhindern mit dem ungefähren
Inhalt :
„Opposition erreicht Verschiebung des Traktes gemäß Eltern
und Lehrerwunsch.“
Dazu sind kuriose Mittel recht. Die Vorlage den Neubau betreffend ist schon
über drei Monate alt, man hätte sie rechtzeitig der regulären
Stadtverordnetenversammlung vorlegen können – allerdings mit dem
Risiko der Anwesenheit von Medien und Betroffenen.
Also verschiebt man das gezielt ins Ferien-Rumpf-Parlament und kriegt die Sache
ohne großen Medienpräsenz durch.
Im Rumpf-Parlament stimmte die FDP dem noch vor der Wahl bekämpften Standort
zu unserem Erstaunen zu. Möglicherweise aber doch nicht verwunderlich,
wurde doch kurz vor der öffentlichen Sitzung eine interne Ampelsitzung
anberaumt. Welche Druckmittel wurden dort eingesetzt ?
Wir wissen es nicht, aber der FDP-Molter-Wunschtraum Dezernent zu werden könnte
ja eine Rolle gespielt haben.
So, geneigte Leser, werden Entscheidungen in Darmstadt über Investitionen
von ca. 4,5 Mio. Euro getroffen.
Eine Merkwürdigkeit enthüllte sich dabei ebenfalls noch für uns.
Die alten Bäume auf dem Schulhof sollten erst dann gefällt werden
dürfen, wenn ein entspr. Magistratsbeschluss vorliege.
Nun denn, die Bäume wurden im Frühjahr gefällt, der entsprechende
Magistratsbeschluss hierzu erfolgte ca. 3 Monate später. Ist das nicht
eine großartige Verwaltung, die in die Zukunft blicken kann und schon
Monate vorher weiß, wie die demokratischen Gremien abstimmen werden ?
24.08.2006