
UWIGA–Fraktion, Stadtverordnetenversammlung Darmstadt
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UWIGA Pressemitteilung zum Gespräch mit HSE Vorstand Filbert,
Frankfurter Rundschau vom 23. September
Darmstädter HSE will Eigenproduktion bei Strom erhöhen - nur schöne Worte ?
Mit großer Verwunderung haben wir von der UWIGA das in der FR vom 23. September veröffentlichte Gespräch mit dem Vorstand der HSE, Herrn Filbert gelesen. Sind diese Aussagen doch teilweise genau das Gegensatz zu dem, was die HSE tatsächlich tut.
Laut H. Filbert wolle die HSE den Anteil der Eigenerzeugung von Strom deutlich steigern, um beim Strombezug von den großen Energiekonzernen unabhängiger zu werden. Möglichst in der Region will sich die HSE bei neuen Kraftwerken engagieren, heißt es. So steht dies auch als Strategie im aktuellen Geschäftsbericht der HSE.
Die Realität sieht aber anders aus. Denn was H. Filbert nicht erwähnt hat - die HSE halbiert ihren Drittel-Anteil am Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue, das sie zusammen mit den Stadtwerken Mainz und Wiesbaden betreibt.
In gleicher finanzieller Größenordnung beteiligt sich die HSE statt dessen an einem Kohlekraftwerk, das im bayerischen Irsching geplant ist, fernab der heimischen Region. Und dies, obwohl ein solches Kohlekraftwerk demnächst auch auf der Ingelheimer Aue gebaut wird - zusätzlich zum bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.
Warum dieser Teilausstieg aus einem Kraftwerk der Region und dafür eine Mini-Beteiligung an einem Kraftwerk zusammen mit einem der Versorgungsmonopolisten ? Dies steht im Widerspruch zur offiziellen Geschäftsstrategie der HSE und den Aussagen von H. Filbert.
Bei der Beratung der entsprechenden Vorlagen im Haupt- und Finanzausschuß war weder ein HSE-Vertreter noch der für Beteiligungen zuständige Kämmerer der Stadt anwesend, um diese Widersprüche der HSE aufzuklären - trotzdem wurde dann in der letzten Stadtverordnetenversammlung am 19. September alles von der rot-grün-gelben Mehrheit sowie der CDU abgesegnet.
Eigentlich erübrigt sich eine Erklärung, wenn man bedenkt, dass das Kraftwerk in Irsching unter der Federführung von E.ON gebaut wird. E.ON kann bei der HSE, an der sie über ihre Tochter Thüga 40% der Anteile hält, ja wohl ein Wörtchen mitreden. Das zum Stichwort „Unabhängigkeit von den großen Versorgern“.
27.09.2006