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ICE Halt

UWIGA zu ICE-Halt Darmstadt - unterstützt OB Hoffmann im Bemühen um eine Lösung der festgefahrenen Situation, kritisiert fehlende Abstimmung mit Umland

Die UWIGA Fraktion begrüßt ausdrücklich, daß OB Hoffmann und Bahnchef Mehdorn Gespräche geführt haben, um eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden für eine verbesserte Anbindung Darmstadts an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG.
Bedauerlicherweise wurden dabei die Verantwortlichen der Region nicht mit einbezogen. Die UWIGA fordert daher den OB auf, in Zukunft kooperativer mit der Region zusammen zu arbeiten - dies betrifft nicht nur den ICE-Halt.
Klammheimlich schmunzeln muß die UWIGA über die fehlende Abstimmung innerhalb der Darmstädter Ampel-Koalition und das aufschlußreiche Bild, das damit vermittelt wird.
Eine komplette Anbindung Darmstadts an das Fernverkehrsnetz der DB ist absolut notwendig - das ist die einhellige Meinung zwischen allen Politikern, der IHK und allen anderen Wirt­schaftsverbänden.
Ein unnachgiebiges Festhalten an der Linienführung der „Direttissima“ durch den Darm­städter Hauptbahnhof aber erscheint als eine Alles-oder-Nichts-Strategie, die das enorme Risiko birgt, am Ende mit leeren Händen dazustehen.
Bei realistischer Einschätzung muß - unabhängig von der gewählten Trassenführung - davon ausgegangen werden, dass nicht mehr als 50% der ICE-Züge in Darmstadt halten.
Müssen deshalb alle restlichen Hochgeschwindigkeitszüge sowie eventuelle Güterzüge durch den Darmstädter Hauptbahnhof rauschen ?
Für die UWIGA muß die Zielsetzung in allererster Linie eine deutlich bessere Anbindung Darmstadts an das ICE-Netz sein !
Welche Trassenvariante bzw. wie die Anbindung an die sog. Direttissima planerisch gestaltet wird, dies ist dann die zweite Überlegung.
Primärer und unabdingbarer Bestandteil einer Einigung mit der Deutschen Bahn AG muß daher die vertragliche Vereinbarung sein, eine möglichst komplette Anbindung Darmstadts an alle Fernziele zu gewährleisten. Eine solche Übereinkunft mit der Bahn muß vom Bund mitverbürgt und als Geldgeber des Netzbaues garantiert werden.
Bedacht werden muß auch, dass die vieldiskutierte Neubaustrecke wohl erst in 15 Jahren zur Verfügung stehen wird.
Die UWIGA fordert darum den OB ganz bewußt auf, in den kommenden Verhandlungen mit der DB bereits für den nächstmöglichen Fahrplan verbindlich eine deutliche Ausweitung der ICE-Halte am Darmstädter Hbf zu vereinbaren.
Dies wäre einerseits ein Beleg für die Glaubwürdigkeit der DB und würde andererseits in gewissem Sinne Fakten schaffen, welche für die künftige Neubaustrecke dann verbindlich mitberücksichtigt werden müssen.
Aus gesamtdeutscher und inner-europäischer Sicht ist die Notwendigkeit der Verbesserung des schienengebundenen Fernverkehrs unbestritten. Nur durch möglichst großräumige und schnelle Bahn-Verbindungen können attraktive Alternativen u.a. auch zur Begrenzung des innerdeutschen und innereuropäischen Flugverkehrs geschaffen werden - ein Thema, das gerade in Darmstadt auch bedacht werden sollte.
Haltestellen für jeden Zug in einer Distanz von weniger als 80-100km führen die Idee der Verknüpfung wirtschaftlicher Ballungsgebiete mit Hochgeschwindigkeit ad absurdum - wirtschaftlich und hinsichtlich der effektiven Reisezeit.

12.10.2006