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Stop Darmbach

UWIGA Pressemitteilung
Zum Kommentar „Der Bach und sein Bett“ von Klaus Staat ( DE v. 29.07.2006 )

Utopisches Geplätscher
Dem Kommentar von Klaus Staat zum sich abzeichnenden Stop des Projektes Offen­legung Darmbach stimmt die UWIGA freudig zu. IG Abwasser und UWIGA haben diesen Plan von Anfang an kritisiert und die öffentliche Darstellung der Finanzierung als unlauter bezeichnet.
Das Argument der künftigen städtischen Einsparungen an Abwassergebühren war und ist eine betriebswirtschaftliche Gaukelei, denn die Kosten der Kläranlage würden sich nicht reduzieren und für die Darmstädter hätte sich deshalb eine Erhöhung der Abwasser­gebühren ergeben. Die Ausgaben für die Offenlegung zahlt also auf jeden Fall der Bürger Darmstadt.
Ob aber diese Kosten überhaupt auf den Bürger abgewälzt werden können ist zudem mehr als fraglich. Laut Gerichts-Urteil im Rahmen des Abwasserstreites ist die Kläranlage heute schon eindeutig überdimensioniert und die Bürger dürfen nicht für diese Überdimen­sionierung herangezogen werden, sondern der Betreiber.
Durch Herausnahme des Darmbach würde diese Überdimensionierung noch verstärkt. Eine dadurch verursachte Erhöhung der Gebühren könnte juristisch für die Stadt ein Bumerang werden - die ganze Schönrechnerei ( Amortisation ) wäre damit endgültig den Bach runtergegangen.
Fragwürdig ist auch die neueste Idee, wenigstens eine Stummelvariante, d.h. eine Bachrinne zwischen Kongreßzentrum und Herren­gartenteich vorbei am Kongresshotel auszuführen. Hier soll der Wasserkreislauf mittels Pumpen erzeugt werden - am Ende wohl noch mit Trinkwasserzugabe weil das Regenwasser nicht reicht?
Auch wenn dieser Graben von den Bauherren des Hotels und des Kongreßzentrums (ist das nicht auch die Stadt ?) finanziert werden sollte, ist dies lediglich eine städtebauliche Spielerei. Mit den angeblichen Vorgaben des Regierungspräsidiums zum Herausnehmen von Bachwasser aus der Kanalisation hat das rein gar nichts mehr zu tun.
Auf viele Kinder und Erwachsene üben sprudelnde Bachläufe und romantische Uferhänge ihren Reiz aus. Wenn´s aber nicht sprudelt, gluckert, quirlt, plätschert, was bei den niedrigen Niederschlägen der letzten Jahre und auch künftig zu erwarten ist ?
Da müsste man schon den Großen Woog schön kontrolliert und langsam ins innerstädtische Rinnsal abfließen und sich entleeren lassen.
Bei den geschätzten 10 Mio. Euro Gesamtkosten muss spätestens unter diesem Aspekt der Spieltrieb aufhören und der kühle Verstand einsetzen. Eine rechtzeitige kalte Dusche mit banalem Leitungswasser könnte für viele Träumer - vor allem in diesen Tagen - durchaus heilsam sein.
Schlimm ist, dass erkleckliche Personal- und Planungskosten von mehr als 1 Million Euro bereits entstanden sind. Auch der edel gemachte und animierte Internetauftritt zu diesen Wasserspielchen dürfte nicht wenig gekostet haben.
Auf die Offenlegung des Darmbaches verzichtet die UWIGA gerne, auf die Offenlegung der bislang entstandenen Projektkosten aber nicht. In einer diesbezüglichen Anfrage an den Magistrat will die UWIGA diese Fragen beantwortet haben.
Magistratsanfrage der UWIGA zum Darmbach hier.

31.07.2006