hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Zu den Fakten:
In der Stadtverordnetenversammlung (StaVo) am 19.Juni.2008 ging es um den Ausbau Frankfurter Landstraße und die Planungsänderung Ortszentrum Arheilgen. Unter Punkt 3 dieser Vorlage heißt es:
Der Verlegung der Bahnstrom- und Ortsnetzstation vor die HEAG-Hallen wird zugestimmt.
Es ging bei diesem Punkt 3 also ganz dezidiert um die Zustimmung zum Standort Trafostation!
Am 19. Juni kritisierte heftig unser Stadtverordneter Klett am Rednerpult diesen Standort und sprach von einem städtebaulichen Unding. Der Antrag zu Punkt 3 - die Lage der Trafostation zurückzustellen - wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt, die CDU hat sich enthalten. Die UWIGA hat dieser Zurückstellung selbstverständlich zugestimmt.
Anzumerken wäre, in den der StaVo vorangegangenen Ausschüssen hat die UWIGA - weil keine Fraktion mehr - kein Stimmrecht, trotz 6 % der Wählerstimmen. Konnte also dort auch nicht mit „Nein“ stimmen. Ist nur noch Zuschauer und hat dort faktisch nichts zu sagen. Das verdankt sie „Persönlichkeiten“ die sich zu einer eigenen, vor der Wahl völlig unbekannten Fraktion zusammengeschlossen haben.
Kommentar:
Warum erst jetzt die berechtigte Kritik aus den Reihen der CDU - nachdem „das Kind in den Brunnen gefallen“ ? Am 19. Juni hätte man noch etwas nachbessern können und dort wäre der richtige Zeitpunkt für massive Kritik und eine „Rettungsaktion“ gewesen.
Aber, die uns verbliebene UWIGA-Einzelstimme verhallte wie immer. Wie auch anders, wird doch unser Stadtverordneter von der SPD als populistische Protestler und Alleinherrscher öffentlich diffamiert, mit Herrn Schill in Hamburg in einen Topf geworfen. Und das, obwohl die SPD sehr wohl weiß, dass das Lügen sind. ( O-Ton H. Benz : Autokratisch geführte Parteien...(er meint tatsächlich die UWIGA) haben aber in einer Demokratie zum Glück nur eine kurze Verweildauer“ ) Fazit: egal wie konstruktiv unsere Beiträge auch sein mögen, die SPD ignoriert sie aus persönlich-taktischen Gründen. Man will schlicht jemanden emotional „fertigmachen“ - ist das seriöse Kommunalpolitik ? Wir meinen nein, eher Mobbing.
Wenn die Stadt nun argumentiert, der Denkmalschutz und der Beirat habe applaudiert, so entzieht sie sich unbillig der Kritik. Die Stadt hat diese Lage favorisiert, das Stadtparlament hat mit den Stimmen der Koalition diese Vorlage beschlossen, nur da liegt die Verantwortung, nirgends sonst.
Wenn die Denkmalschützer meinen, mit einer Verklinkerung dieser Flachdachschachtel und einem aufgesattelten Hütchen sei eine Anpassung gegeben, können wir - H. Klett als Architekt sowieso - nur fassungslos staunen. Als ob dieses klägliche Klinker-Kleidchen das Ding besser machen würde. Es kaschiert allenfalls diese Bausünde und macht sie minimal erträglicher. Nach Platzgestaltung und Sichtbeziehungen in diesem hochsensiblen Bereich fragt keiner. Ist der Denkmalschutz in die Knie gegangen ? Ist er ein zahnloser Tiger ? Baurechtlich hat er zudem kaum die Möglichkeit die Klinker durchzusetzen, falls sich der Bauherr das anders - aus Kostengründen z.B. - überlegen sollte. Auch die das geplant habenden Architekten und Städtebauer können sich nicht hinter einem Votum der "Bürgerwerkstatt" verstecken. Demokratie ist ja eine gute Regierungsform, aber bei ästhetischen Wertungen und in Stilfragen gewiss nicht das Maß aller Dinge.
Nur zur Erinnerung, wir karten nicht nach. Bereits in einer Presserklärung der UWIGA vom 16. Mai 08 heißt es: Bei diesen im Ortskern befindlichen Flächen handelt es sich um Filetstücke, die eine bessere Behandlung verdienen... und weiter ...Sie ( die Planung ) zeugt von einer Willfährigkeit gegenüber rein merkantilen Gesichtspunkten, die einer Stadt, die mit dem „Darmstädter Architektursommer“ wirbt, nicht angemessen ist. Das ist eher ein frostiger Architektur-Winter.
Am 20. Juni, also einen Tag nach der StaVo, schreibt die UWIGA in einer Medienmitteilung:
Muss diese Trafostation vor die denkmalgeschützte Halle und so nah an bewohnte Häuser ( Strahlungen ) ?...
In keiner der örtlichen, größeren Zeitung war etwas davon zu lesen, nur die APO hat diese Artikel abgedruckt. Manchmal fragen wir uns wirklich, ob die Meinungsfreiheit nur noch in der APO gegeben is. Ihrem Herausgeber jedenfalls an dieser Stelle Dank dafür, dass er sich nicht scheut Meinungen auch gegen den „Mainstream“ zu veröffentlichen.
h.k.
12.10.2008