Home >> Presse >> Kletter

Privates Tauchcenter Arheilgen beantragt 300.000 Euro städtischen Zuschuss

Wie würden Sie darauf reagieren ? Empört ? Wie, wenn es sich aber um einen Verein mit 10.000 Mitgliedern handelte, die dort eine sozial wichtige Aufgabe wahrnehmen? Gibt es doch beim Tauchen immer wieder tödliche Unfälle, diese zu vermeiden soll dieses Center mithelfen.
Bei der Überschrift handelt es sich um eine Falschmeldung, sie soll sensibilisieren über die Fördertöpfe und deren Sinnhaftigkeit nachzudenken. Jahrzehntelang wurden Vereine unterstützt, teure Gebäude mitfinanziert, die man sich auf lange Sicht eigentlich nicht hätte leisten sollen und können.
Wir sind nicht gegen Vereinsförderung !
Keine Frage, viele Vereine leisten wertvolle Arbeit, fangen Jugendliche und Kinder auf.
Wer gefördert und unterstützt wird, da ist aber sehr genau hinzusehen. Die jahrzehnte lang geübte Praxis - fast schon aus Sicht der Vereine zu einem Gewohnheitsrecht geworden - Vereine pauschal zu unterstützen war schon immer falsch.
Aber, so ließ und lässt sich Wählerpotential sichern.

Zudem, es gibt Sportarten und Freizeitbeschäftigungen die eigentlich dort hin gehören, wo die Natur sie originär zulässt. Surfen, Skifahren, Rudern, Gleitschirmfliegen, Schlittschuhfahren, Wandern, Klettern, Tauchen, Wasserski etc.
Wenn diese Klima- und Ortsabhängigkeiten aufgeben werden sollen und man meint, bequemere, witterungstunabhängige Übungsstätten zu benötigen, hat das dann die Allgemeinheit mitzufinanzieren. Wann wünscht sich der Skiclub einen überdachten - städtisch geförderten -Skihang nach Darmstadt ?
Wer solches will, soll das privat und auf eigenes Risiko errichten. Natürlich ist auch zu fragen, ob alles was geht, auch sinnvoll ist.
Den Skihang in der Wüste gibt es ja und er „rentiert“ sich prächtig. Im Sinne des Klimaschutzes auch ? Leicht könnte man nun auch ein „Hallenbad“ hinterfragen - nur „Schwimmen“ an sich ist was die Gesundheitsvor- und fürsorge anbelangt ein vollkommen anders Thema und für die Allgemeinheit ein unbestreitbar wichtiger „Volkssport“ ohne jeglichen Eventcharakter.

Was aber heftig zu kritisieren ist, dass von der Stadt niemand den Mumm hatte den Alpenvereinmitgliedern rechtzeitig ein klares und eindeutiges „Nein“ zu sagen. Es hätte ja Stimmen kosten können.
Wenn jetzt andere Wege der Finanzierung über zinslose Darlehen vorgeschlagen werden ist das reiner Vereinspopulismus und unwahrhaftig.
Für den Bürger wäre es wohl kaum nachvollziehbar, wenn die bürgerfreundlichen Außendienststellen geschlossen werden (die man vor der Kommunalwahl als Bürgernähe gefeiert hat) und solche - wie auch immer gearteten - Vereinsunterstützungen abgenickt würden. Wie immer, es gilt endlich Prioritäten zu setzen !

20.10.2008