hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Betrifft: Schließung des Hochschulschwimmbades auf der Lichtwiese
Was ist bloß mit der TUD los ? Früher las man in den Medien ständig von supertollen Bauvorhaben wie Schlossübernahme, Neubau Universitäts- und Landesbibliothek, Eingangsgebäude am Karolinenplatz, Beteiligung am Darmstadtium - alles finanzielle Engagements im zweistelligen Millionenbereich.
Der Leser konnte den Eindruck gewinnen, die TUD schwimme im Geld.
Der Hansdampf in allen Gassen, der frühere Präsident, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, hatte diese Projekte stets öffentlichkeitswirksam gekonnt vermarktet.
Sein Nachfolger Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel veranstaltet diese medienwirksamen Trommelwirbel nicht, es ist merklich stiller geworden.
Er und sein Kanzler der TU Darmstadt, Manfred Efinger, haben mit all diesen Projekten fertig zu werden, dazu ein Sanierungsstau in ungeahnter Höhe bei den bestehenden Gebäuden. Sie sind nicht zu beneiden.
Sicher ist die Schließung des Hochschulbades eine Art Notbremse und zugleich ein Signal wie es um die Finanzmittel steht. Das könnte und sollte man auch als Hilferuf verstehen.
Kommt hier auch das Genossenschaftsmodell der SPD wie beim Bessunger Hallenbad als Lösungsvorschlag?
Sicher nicht, die Führung der TUD ist dazu viel zu realistisch.
Die eigentliche Kärrnerarbeit hat sie jetzt zu bewältigen. Ähnlich wie bei der Stadt sahen die TUD-Verantwortlichen in medienwirksamen Neubauprojekten mehr Imagegewinn als in simplen Renovierungs- und Erhaltungsarbeiten.
Die rechtzeitige Instandsetzungsarbeiten z.B. eines Schwimmbeckens für 100.000 Euro wäre keine einzige Meldung wert gewesen.
Jetzt tut sich ein riesiges Fass an Sanierungsstau auf. Hoffen wir, dass von irgendwoher geholfen wird das zu finanzieren.
Sollte man mal nicht nach Berlin pilgern. Vielleicht gibt es ja Bürgschaften, oder noch besser Zuschüsse von Frau Merkel. Ist diese Renovierung doch auch eine Investition in die Zukunft und fällt bei den Milliardenbeträgen zur Rettung der deutschen Wirtschaft und der Banken nicht ins Gewicht.
Die Stadt kann nicht helfen, allerdings nicht wegen der RP-Auflagen, die sind nicht die Ursache. Die Ursache sind überzogene Projekte mit inzwischen unkontrollierbaren Ausgaben. Das RP hat lediglich pflichtgemäß die Notbremse gezogen.
Wenn ein Zug kurz vor dem Abgrund zum Stehen kommt, ist es dann nicht unverfroren und moralisch verwerflich, demjenigen die Schuld am Nichtweiterkommen zu geben, der diese Bremse gezogen hat ? Das aber tut die Stadt stetig und ständig.
16.12.2008