hervorgegangen aus der IG-Abwasser
UWIGA beantragte Tiefengeothermieprojekt* - Stadtverordnetenversammlung lehnt dies ohne Diskussion ab.
HSE : „Das machen wir schon längst“
Am 15.Sept.09 fand das 4. Tiefengeothermie-Forum an der TU Darmstadt statt. Als einziger kommunaler Vertreter war Helmut Klett (UWIGA) mit dabei. Aus gutem Grund, sieht er doch auch die Kommunalpolitik in der Verantwortung bei der Frage, wohin die Reise bei der Energiegewinnung gehen soll. Zumal die HSE sich mehrheitlich in kommunaler Hand befindet und mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro zu den größten Regionalversorgern Deutschlands gehört.
Da sollte man meinen, dass es auch die Aufgabe der Kommune mit Aktienmehrheit ist, gewisse Konzern-Zielvorgaben zu formulieren.
Schon seit Jahren plädiert Helmut Klett für mehr Aufmerksamkeit für diese wetter- und zeitunab-hängige Form der umweltfreundlichen Energiegewinnung.
So hat er bereits frühzeitig in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter mit der HSE-Führung gesprochen und dafür plädiert, sich um diese Art der Energiegewinnung zu kümmern. Allerdings wurde dies bislang als zu teures Lotteriespiel von der Geschäftsleitung abgelehnt.
Aus Zeitungsberichten war allerdings zu entnehmen, dass sich die HSE inzwischen diesem Potential nähert. Deshalb verwunderte es ihn nicht allzu sehr, als bei diesem Forum Herr Prof. Dr. Hesselbach über die durchaus ernsthaften positiven Bemühungen der HSE auf diesem Feld einen Vortrag hielt. Dem Bericht nach hat die HSE bereits eine Aufsuchungserlaubnis im Raum Darmstadt zur Erforschung der geologischen Strukturen beantragt und sie erwägt eine Beteiligung an Projekten im nördlichen Oberrheingraben. Ja, sie stiftete eine Geothermie-Professur an der TU Darmstadt.
Times are changing - somit Einsichten und Aussichten auch. Die UWIGA ist froh über diese neue Entwicklung und begrüßt diese HSE - Maßnahmen ausdrücklich.
Was die UWIGA jedoch wirklich verwundert und ärgert ist, dass ihr Antrag
„..den Magistrat zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit der Entega, der TU-Darmstadt, zu prüfen, inwieweit auf Grund der besonders günstigen tektonisch-geologischen Gegebenheiten der Stadt Darmstadt ( Oberrheingraben ) die Errichtung eines umweltfreundlichen Tiefengeothermie-Kraftwerkes möglich ist...“
in der Stadtverordnetenversammlung am 28.April 09 ohne jegliche Aussprache abgelehnt wurde. Uns stört gewaltig, dass die „Umweltpartei“ B90/DieGr. anscheinend nur die Windkraft, die Fotovoltaik und vielleicht noch Biogasanlagen kennen. Kein Gedanke wird offensichtlich an andere, vielleicht nicht so leicht eingängige und medienaufbereitete Formen der Energiegewinnung verschwendet.
Die HSE aber bemüht sich ganz offensichtlich bereits um die technische Umsetzung solcher Anlagen.
Heißt das nun, so könnte süffisant gefragt werden, dass die HSE ihre diesbezüglichen Bemühungen wegen des eindeutigen „Neins“ der Stadtverordnetenversammlung einstellen muss ? Oder werden Anträge der UWIGA einfach stur abgelehnt ohne deren Sinnhaftigkeit ernsthaft zu hinterfragen ?
Beides wäre fatal.
hk 26.09.09
* Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 5.000 Meter. Ab einer Temperatur von etwa 90 Grad Celsius kann Strom erzeugt werden. Der Vorteil der Geothermie ist ihre ständige Verfügbarkeit. Die geothermische Stromerzeugung in Deutschland steht noch am Anfang. Bis heute sind zwei Anlagen in Neustadt-Glewe und Landau in Betrieb. Im Jahr 2007 wurden rund 10.000.000 Kilowattstunden Strom aus Geothermie gewonnen. Damit ist der Beitrag der Geothermie zur Stromversorgung noch gering. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums liegt die langfristig mögliche Stromerzeugung der Geothermie aber bei 150 Terawattstunden (TWh), d.h. einem Viertel des heutigen Strombedarfs
26.09.2009