hervorgegangen aus der IG-Abwasser
Thema NOU: SPD und Grüne beerdigen die Nordostumgehung
Thema ICE-Anschluss: Liberale für direkte Verbindung zum Flughafen, gegen Fernbahnhof
UWIGA begrüßt Rückkehr einiger Parteien zu kommunalpolitischem Augenmaß
In wichtigen Punkten - NOU und ICE-Anbindung - scheint sich bei einigen Parteien oder Parteiteilen doch Einsicht und Vernunft durchzusetzen. Viel Geld und Zeit hätte man sich allerdings ersparen können, wenn auf unsere Vorstellungen frühzeitiger ernsthaft eingegangen worden wäre. Mehr und ausführlicheres hierzu können alle interessierten Bürger bei unserer offenen Mitgliederversammlung am Mittwoch in der Gaststätte Ziegelbusch (19.05. ab 19.30 Uhr) erfahren.
Die NOU befanden wir von Anfang an, jenseits aller verkehrspolitischer Argumente, schlicht für nicht vertretbar weil finanziell nicht darstellbar. Sie wäre nur realisierbar gewesen mit erheblichen Einschnitten in wichtigere, bürgernähere Vorhaben - was wir nicht wollen.
Möglicherweise haben die Finanzkrise und der derzeitige Euro-Verfall endlich auch die Verantwortlichen zu der Einsicht gebracht, dass Ausgaben über immer höhere Schulden
( derzeit wohl gesamt über 800 Mio.!) finanziert, schlussendlich auch von einer Bürgermehrheit als frevelhaft und inakzeptabel angesehen werden könnten.
Beim ICE hielten wir schon immer die in Mehrzahl durch den HBF durchrauschenden 250 oder gar 300 km/h - Züge und die baulichen Aufwendungen hierfür für nicht zumutbar. Ebenso war uns der inzwischen wohl beerdigte Ausweg „Konsenstrasse“ zu teuer und zu ressourcenaufwändig im Verhältnis zum Gegenwert. Auch den Außenbahnhof mit teurer und langwieriger ÖNPV- Verbindung lehnen wir ab.
Stattdessen akzeptierten wir seit unserem Einzug ins Stadtparlament6 (2006) die Direttissima und forderten zugleich eine zwischenstopplose, taktreiche Schnellverbindung in Form eines schienengebundenen Shuttles zum Flughafen als Verbindung mit dem ICE-Netz.
Damit sehen wir die Fußnote als erfüllt an und das Shuttle könnte aus Mitteln des Fernverkehrs für Darmstadt kostenneutral finanziert werden. Diese Strecke wäre auch ausbaubar bis zum HBF Wiesbaden, der damit auch eine Topverbindung zum ICE-Netz und Flughafen bekäme. Als zusätzliches „Schmankerl“ wäre auch für Darmstadt noch eine bessere Südanbindung (Mannheim) auf der bestehenden Strecke auszuhandeln.
Einen dahin gerichteten Antrag hatten wir bei der Regionalversammlung gestellt, der aber von den Lokalfürsten samt ihrem Anhang abgelehnt wurde. Wir hoffen jedoch, dass auch da langsam die Vernunft mit Augenmaß einkehren und diese Einsicht sich durchsetzen wird: der ICE ist als Schnellverkehr und als ernsthafte Konkurrenz zum innereuropäischen Flugverkehr zu etablieren. Deshalb eignet er sich nicht für provinzielle Prestigehalteprojekte für Städte in der Größenordnung wie Darmstadt, das zudem noch nahe an der Metropole Frankfurt liegt.
Glücklicherweise scheint immerhin ein reales Umdenken bei Teilen der Grünen und der FDP in unsere Richtung einzusetzen. Es ist an der Zeit „Nägel mit Köpfen“ zu machen, sonst braust der ICE endgültig an Darmstadt ohne jegliche Anbindung vorbei.
hk 18.05.2010
18.05.2010