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Straßenbahn gehört zum Feinstaub-Plan

„Straßenbahn gehört zum Feinstaub-Plan“
Verkehr in Arheilgen: Grüne werfen dem Land Wahlkampf vor – Uwiga fordert realistische und bezahlbare Neuplanung

Unter Hinweis auf wichtigere Projekte in Hessen hat die Landesregierung die Finanzierung des geplanten Straßenbahnausbaus in Arheilgen in ihrem Programm weit nach hinten abgestuft. Das ECHO hat darüber berichtet. Die Reaktionen auf diesen Vorgang setzten sich auch gestern fort.
Während der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament, Wolfgang Gehrke, dem Darmstädter Magistrat die Schuld gibt und sagt, das Projekt sei gestrichen worden, weil der eingereichte Antrag unvollständig gewesen sei, gibt es zwischen den Grünen und der Uwiga widerstreitende Reaktionen. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Brigitte Lindscheid, wirft der Landesregierung vor, der rot-grünen Mehrheit in Darmstadt schaden zu wollen. Uwiga-Sprecher Helmut Klett sagt, es habe keinen Zweck, „vergebenen Chancen nachzujammern“. Er fordert einen städtebaulichen Wettbewerb.
Die Landesregierung habe bereits eine Reihe von Planungen in Darmstadt verhindert, die bürgerschaftlich gefordert würden, sagt Brigitte Lindscheid. So sei es auch mit dem Straßenbahnausbau in Arheilgen. Die Arheilger Bevölkerung stehe dahinter, in das Projekt seien in intensiven Gesprächen im Planungsbeirat alle Beteiligten vom Fahrradclub über den Gewerbeverein bis zur Interessengemeinschaft Arheilger Bürger eingebunden worden. Das Ergebnis sei eine fundierte Planung mit einer positiven Kosten-Nutzen-Analyse. Das Regierungspräsidium stehe unmittelbar vor dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens und habe bereits Zustimmung signalisiert.
Der Verkehrsausbau nach Arheilgen sei im Feinstaub-Aktionsplan des hessischen Umweltministeriums festgeschrieben und dort eine der tragenden Säulen, sagt Brigitte Lindscheid. Auch auf die Entwicklung des Einzelhandels in Arheilgen werde die „kurzsichtige Entscheidung verheerende Auswirkungen“ haben. Dem Land gehe es nur noch darum, „Frankfurt für die Fußballweltmeisterschaft rauszuputzen“.
SPD und Grüne laden gemeinsam zu einem Runden Tisch zum Thema Straßenbahn nach Kranichstein ein: am Dienstag (14.) um 20 Uhr im „Goldenen Löwen“.
Uwiga-Sprecher Helmut Klett vertritt eine ganz andere Position. Nach seiner Ansicht ist die Planung „zum Teil über die Köpfe der Betroffenen“ zustande gekommen. Auch basiere die Kosten-Nutzen-Analyse „auf geschönten und veralteten Daten“. Es habe keinen Sinn, unwirtschaftliche Projekte mit Steuergeldern zu fördern. Klett plädiert für eine „angemessene und finanzierbare“ Neuplanung und stellt sein eigenes Projekt zur Diskussion. Dies sieht vor, die vorhandene Straßenbahn-Endschleife an der Hofgasse zu belassen und mit einem Großmarkt im Obergeschoss zu überbauen. Auch andere kreative Gedanken sollten nun aufgegriffen werden, um „alle Energie in eine realisierbare Zukunftsplanung“ zu stecken.

KS

09.03.2006